Opel – Bochum perspektivlos nach 2022?

Große Namen werden genannt, die allein durch ihre Präsenz im Beirat des Projekts „Bochum Perspektive 2022“ Unternehmen anlocken sollen, sich in Bochum anzusiedeln. Da stellt sich die grundsätzliche Frage, welche Faktoren Unternehmen veranlassen könnten, sich in Bochum anzusiedeln? Ein warmer Händedruck von Harald Schartau (SPD), ein Champagnerbuffet mit Christa Thoben (CDU)? Oder kann Kurt Giesler (IGM) seine Freunde in anderen Betriebsräten anrufen und überzeugen, dass sie ihre Unternehmensleitungen überreden Standorte in Bochum zu eröffnen? opelwerkI

Tatsächlich werden bekannte Namen allein letztlich keinen Unternehmer überzeugen sich in Bochum anzusiedeln, da sind andere Standortfaktoren entscheidend. Wie sieht es denn diesbezüglich in Bochum aus? Ist Bochum für Unternehmen attraktiv?

Man unterscheidet harte und weiche Standortfaktoren, nach denen Unternehmen entscheiden, ob es sich für sie lohnt sich in einer Region oder Stadt anzusiedeln. Weiterlesen

Bochum als Radfahrmetropole?

Jederzeit ein Rad irgendwo im Stadtgebiet aus dem Ständer nehmen und zum gewünschten Ziel in der Stadt in 10 bis 20 Minuten radeln. Am Zielort das Rad wieder in den nächsten Ständer stellen und fertig. Unkomplizierter kann man sich in einer Metropole nicht fortbewegen. Für die Bürger von Barcelona, Stockholm, Paris oder Lyon ist die Nutzung von Fahrradverleihsystemen Alltag, in der Metropole Ruhr leider noch die Ausnahme. Kein Stress, keine Reparaturen, keine Pflege des Verkehrsmittels, keine Anschaffungskosten und auch muss man sein Rad nicht im Keller, Schuppen oder der Garage unterbringen. Kosten: nur 3-5 Euro im Monat, also eigentlich unschlagbar günstig.

bicingMit keinem Verkehrsmittel ist man in der Stadt so schnell wie mit dem Rad und kein Verkehrsmittel ist annähernd so billig. Die jeweils ersten 30 Minuten Fahrtzeit sind bei jeder Strecke kostenfrei (weniger als 10% der Strecken dauern länger). Entsprechend löste die Einführung des „bicing“-Systems nicht nur in Barcelona einen wahren Run auf das System aus. Nach der Einführung 2007 schnellte die Zahl der Nutzer innerhalb von nur 15 Monaten von 0 auf 150.000 hoch. Über 14,4 Mio. Strecken legten die Einwohner der Stadt am Mittelmeer im Jahr 2011 mit den Leihrädern zurück und das obwohl sich das Radwegenetz erst im Aufbau befindet. Weiterlesen

„Die Dezernenten tanzen dem Rat auf dem Kopf rum“

„Die Dezernenten tanzen dem Rat auf dem Kopf rum“, so formulierte es unlängst ein Mitglied des Rates. Und genau diese Einschätzung trifft die Realität in Bochum sehr genau. Hilflos agiert der Rat nicht nur in Sachen Opel, in Sachen Wohnbaulandkonzept oder Wirtschaftsförderung. Konzepte von Ratsparteien oder Ratsmitgliedern sind nicht bekannt, es reicht gerade noch für Solidaritätsbekundungen und Absichtserklärungen. Die Verwendung von sinnleeren Worthülsen wie „Kreativwirtschaft“, „Innovationscluster“ oder „Exzellenzinitiative“  ist dagegen inflationär.

rat1Die Politik macht in Bochum leider nicht der von den Bürgern gewählte Rat. Das hat vielmehr die Stadtverwaltung übernommen. Wenn im Stadtrat über Konzepte abzustimmen ist, dann kommen sie aus der Bürokratie und nicht von den Parteien. Das Ergebnis dieser Politik ist verheerend und man sieht es der Stadt an. Die Stadt ist total überschuldet und handlungsunfähig.  Weiterlesen

Protest zum Spatenstich des „Musikzentrums“

Sloane, Townsend, Schimmelpfennig und Freis hatten was zu feiern und haben das bei bestem Wetter auch ausgiebig getan. Mit 300 Spaten hat man schon jetzt den Spatenstich vollzogen, auch wenn noch gar nicht absehbar ist, ob und wann die Bagger überhaupt kommen für den Bau des neuen „Musikzentrums“.

plakat-antoniusstiftNoch sind nicht mal die Bauunternehmen beauftragt, die das Gebäude bauen sollen. Das „Musikzentrum“ selbst befindet sich im permanenten Schrumpfungsprozess um den Kostenrahmen einzuhalten. Absehbar wird dieser Prozess solange andauern bis nur noch der Konzertsaal mit Kirche und Minifunktionsraum überbleibt. Die Bezeichnung des Konzerthauses der BoSy als „Musikzentrum“ entlarvt schon der jetzige Entwurf als Etikettenschwindel.

Zum Spatenstich war der Bauplatz gut gefüllt. Sämtliche Honoratioren, alle Freunde der Symphoniker wurden aufgeboten. Trotzdem blieb ein Großteil des Platzes leer. Der Auftritt der BoSy fand unspektakulär in einem Bierzelt statt. Wirklich mitreißen konnten die BoSy das Publikum nicht. Die „Baustellen-Musik“ war etwas jämmerlich. Andauernd wurde die Bedeutung des Spatenstichs herauf beschworen. Nach dem Spatenstich gäbe es kein zurück. So ganz sicher scheint man sich da aber wohl noch nicht zu sein. Die Beherrschung der Kosten ist ein Problem, die gerichtliche Entscheidung über das Bürgerbegehren steht noch aus. Es könnte auch sein, dass der Spatenstich ins Leere ging. Weiterlesen