Hamme: Vom Amtsplatz zum Gartenplatz

Hamme, ein Bochumer Stadtteil im Norden der Innenstadt, zeichnet sich besonders durch zwei Dinge aus, viele Grünflächen wie die Kleingärten, den Friedhof und den Hammer-Park sowie den besonderen Zusammenhalt der Stadtteilbewohner.

Durch viel Engagement haben es engagierte Hammer geschafft, dass ab 2019 für Hamme ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) ausgearbeitet und ab 2021 umgesetzt werden soll. Denn auch in Hamme, wie in vielen Stadtteilen von Bochum, gibt es einige trostlose Orte, die dringend städtebauliche umgestaltet werden sollten.

Der Amtsplatz heute – Leben wurde durch parkende Auros verdrängt

Das gilt auch für den Amtsplatz im Zentrum des Stadtteils. Einen Markt gibt es auf dem Platz leider schon seit Jahren nicht mehr. Der Platz, wo sich früher die Bewohner des Stadtteils auf ein Pläuschchen trafen, ist seit Jahren kaum mehr als ein riesiger öder Parkplatz. Die Fahrzeuge haben die Menschen fast vollständig vom Platz verdrängt.

Wenn zum Schützenfest auf der tristen Asphaltfläche zwischen den Autos die Schützen aufmarschieren, dann ist dann das ein trauriger Anblick, der zu denken gibt. Der Spielplatz auf dem Platz besteht nur aus einer Schaukel und einer Wippe, die in einer sonst lieblosen Sandfläche steht. Ein Hoffnungsschimmer, die Stadtteilinitiative HaRiHo hat vor kurzem auf dem Dach des Tiefbunkers, der sich unter einem Teil des Platzes befindet, Spielflächen aufgemalt, die einige Jugendliche rege nutzen. Sonst ist der Platz leider tot.

Die Idee: Der Amtsplatz wird zum Gartenplatz

Bereits 2004 gab es ein Konzept den Platz neu zu beleben, doch zu einer Umsetzung kam es nie, das Geld fehlte, dazu die Überzeugung, dass durch die vorgeschlagene Umgestaltung, der Platz wirklich wiederbelebt werden könnte.

Jetzt stellen die STADTGESTALTER eine neue Umgestaltungsidee vor. Die STADGESTALTER wollen den Platz in eine grüne Oase verwandeln. Aus dem Amtsplatz soll ein Gartenplatz werden (Plan Gartenplatz).

Der eigentlich rechteckige Platz soll nach dem Vorschlag der STADTGESTALTER mit einer kreisrunden Gartenfläche überspannt werden, in deren Zentrum sich ein kleiner Kreisplatz mit einer Rundbank befindet, um die außen herum ein Kreisweg verläuft (Plan Gartenplatz). Die Fläche innerhalb des Kreisweges teilt sich in Achtelflächen auf. Die STADTGESTALTER schlagen vor, sechs davon in urbane Gärten zu verwandeln, in denen auf Hochbeeten sechs Initiativen und Verein blühende Hochbeete bewirtschaften. Die verbleibenden zwei Achtel sollen zu einem Spielplatz und einer Spielfläche umgestaltet werden.

Die Gartenachtel sollen mit einer wassergebundenen Splitfläche versehen werden, auf der die Hochbeete stehen, in denen die Initiativen und Vereine die verschiedensten Pflanzen wachsen lassen. Hier können sich z.B. die Hammer Kleingartenvereine betätigen, die Hammer Runde, die Stadtteilinitiative HaRiHo, aber auch Urban Gardening Initiativen wie die Ruhrstadt Gartenmiliz. Auch könnte ein Achtel der Botanische Garten der RUB übernehmen. Die Achtel werden eingefasst von den Wegen die kreuz und quer über den Platz verlaufen. Auch ist es möglich die Achtel durch einen optisch ansprechenden max. 1,2 m hohen Holzzaun einzugrenzen, um unbefugten Zugriffen auf die Hochbeete vorzubeugen (Gestaltungsbeispiel Gartenfläche).

Orte zum Verweilen: Café, Bänke und Plätze zum Spielen

Die STADTGESTALTER schlagen weiter vor in der Nordwest-Ecke des neuen Platzes ein architektonisches ansprechendes Café und Bistro vorzusehen. Vorbild, könnte das Café Minah in Hamburg sein (Architektur) Davor sollte ein großzügiger Freisitz entstehen, auf dem die Hammer im Sommer die Sonne genieße können. Auch könnte direkt neben dem Café ein Bouleplatz entstehen.

Neben der Rundbank im Kreiszentrum des neuen Platzes sollten überall auf den Wegen des Platzes weitere Bänke zum Verweilen einladen, von denen die verschiedenen Gärten aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden können.

Die Flächen außerhalb des Kreisweges sollen zu Rasenflächen werden. Der Baumbestand rund um den Platz bleibt erhalten. Im Zentrum der Kreisfläche wäre Platz für ein Wasserspiel, ein Kunstwerk oder ein Denkmal.

Die sechs Gärten machen den Platz zu einem vielfältigen und spannenden Ort. Die Bänke, das Café und die Spielmöglichkeiten locken die Menschen sich auf dem Platz zu treffen, hier etwas Zeit zu verbringen, andere Menschen oder die Gärten zu beobachten oder hier einfach nur einige ruhige Minuten zu verbringen.

Neue Wege für Fußgänger und Radfahrer und alternative Stellplätze

Der neue Platz kann durch die vielen Wegen von allen Seiten überquert werden. Auch das sorgt für Belebung. Insbesondere die Anbindung der Nordost-Ecke des Platzes zu Fuß oder mit dem Rad an die Dorstener Straße ist wichtig. Der Platz wäre auch ein idealer Stadtort für eine Radstation des Radverleihsystems Metropolrad.

Ebenfalls wichtig wäre im Rahmen der Platzumgestaltung den bereits mit den Planungen von 2004 vorgeschlagenen Verbindungsweg vom Platz vorbei am Amtshaus Harpen zum Hammer Park zu realisieren.

Die auf dem Platz entfallenden Parkflächen werden auf die Prinzen- und Amtsstraße verlegt (Neues Parkkonzept). Hier wird zu diesem Zweck auf einer Straßenseite das Längs- durch Schrägparken ersetzt. Die Straßen rund um den Platz werden zu Einbahnstraßen.

Der Gartenplatz – ein Hammer Gemeinschaftsprojekt

Ziel der neuen Platzgestaltung ist es, dass der neue Gartenplatz zu einem Gemeinschaftsprojekt der Hammer Bürger wird. Nach den Überlegungen der STADGESTALTER könnte der Platz könnte seine ursprüngliche Funktion als zentraler Anlaufpunkt im Zentrum des Stadtteils wieder erlangen und er würde die Gartenkultur des Stadtviertels aufnehmen, durch die sich Hamme bereits seit jeher auszeichnet.

Aufgrund der vielen Vereine und Initiativen, die sich bereits heute für den Stadtteil einsetzen, sollte es leicht möglich sein, genug engagierte Bürger zu finden, die sich um die Gartenflächen auf dem neuen Platz kümmern und ihn zu einem unverwechselbaren blühenden Lieblingsort für die Bewohner des Stadtteils zu machen.

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