Bochumer OB schlägt Seilbahnline von Bochum nach Wattenscheid vor

UPDATE: Dieser Beitrag erschien am 01.04.2017 als Aprilscherz.

In der letzten Ratssitzung stellt Oberbürgermeister Eiskirch den Ratsmitgliedern die neue Innenstadtvision 2030 vor. Leider ist das meiste mehr Utopie als Vision, entsprechend zurückhaltend fiel der Beifall im Rat aus. Aber ein Detail überrascht doch, unter der Perspektive „Vernetztes Stadterleben“ wird auch eine Seilbahn abgebildet (Broschüre Bochum 2030).

Fotos: Holger Weinandt, Emanuele Fanizza

Werden in dem Konzept sonst eher utopische Traumbilder von der Eroberung der dritten Dimension der Stadt „mit Etagengärten, eingeschobenen Leselounges, Stegen, die die Obergeschosse und Dächer der Stadt verbinden“ dargestellt, ist es beim Thema Seilbahn doch sehr konkret. Hier wird eine Vision skizziert, die auch Aussicht hat in wenigen Jahren Realität zu werden.

Seilbahnlinie Stadtgarten WAT – Westpark – Stadtpark BO

Und am ersten April legt das Amt des Oberbürgermeisters nach und präsentiert Pläne für eine Seilbahn, die Bochum und Wattenscheid verbinden soll (Linienplan). Vom „Stadtpark zum Stadtgarten“ heißt es in der Überschrift. Die Seilbahn soll nach Plänen des Oberbürgermeisters, neben dem Bismarkturm beginnen (Visualisierung), zum Westpark führen und im Wattenscheider Stadtgarten enden. Weiterlesen

Graf Engelbert beabsichtigt einen Umzug und schreibt Oberbürgermeister Eiskirch einen dringenden Brief

Werter Herr Thomas von Eiskirch, oberster Bürgermeister zu Bochum,

ich, der ehrenwerte Graf Engelbert III von der Mark stehe seit Jahr und Tag auf dem Platze am Kerkwege, im Volksmund auch Engelbertbrunnen genannt. Über Jahrzehnte habe ich über den Platz geblickt und hatte ein Wasserspiel zu meinen Füßen.

Die Figur des "Graf Engelbert" steht am 29.05.2009 an ihrem neuen Standort in der Kneipenmeile "Bemudadreieck" in Bochum. +++ Foto: Lutz Leitmann/Stadt Bochum, Presseamt

Foto: Lutz Leitmann/Stadt Bochum, Presseamt

Doch seit ein paar Jahren hat man mich verbannt an einen verloren Ort direkt an den Kerkwege, von dem ich nichts Interessantes zu erblicken vermag. Kamen früher Kinder, Ehrenleute und Familien zu mir, um mich zu sehen, den Grafen, dessen Vater Eurem Bochum die Stadtrechte verliehen hat, der den Schützen aus Bochum jedes Jahr einen Maibaum stiftete aus dem Bockholt von Harpen für ihre Hilfe bei der Dortmunder Fehde, so kommt heute kaum jemand mehr. Man übersieht meine Wenigkeit, ich fühle mich verloren. Nur die Maischützen halten mir die Treue und besuchen mich im Laufe jeden Jahres einmal. Weiterlesen

Frank Goosen soll Verbeek als Trainer des VfL Bochum folgen

Man stelle sich vor: Die Nachfolge von Verbeek ist gesichert, Frank Goosen soll nach der Saison 2017/18 als Trainer folgen. Die Personalentscheidung wurde damit begründet, dass Goosen bereits langjährig als Jugendtrainer bei DJK Arminia Bochum tätig ist. Goosen ist zudem leidenschaftliches VfL-Mitglied und seit Oktober 2010 Mitglied des VfL-Aufsichtsrats.

goosenNeuer VfL-Trainer Frank Goosen? (Foto: Das blaue Sofa / Club Bertelsmann)

Die Fans stellen sich die Frage, besitzt Goosen die erforderliche Qualifikation und Erfahrung um eine Bundesligamannschaft erfolgreich zu trainieren? Ohne Zweifel bringt er die notwendige Leidenschaft und Vereinstreue mit, aber reicht die Erfahrung als Jugendtrainer für den Bundesligajob?

Keine Angst, diese Nachricht ist eine Ente. Eine Entscheidung über die Nachfolge von Verbeek gibt es natürlich noch nicht und der ehrenwerte Frank Goosen würde es vermutlich auch ablehnen seine Nachfolge zu übernehmen. Er ist ein großartiger Kabarettist und Romanautor und höchst engagierter VfL-Fan und Jugendtrainer, aber den Job als Bundesligatrainer würde er sich dann wohl doch weder zutrauen noch zumuten wollen. Weiterlesen

Thermomix oder Wählenix

Die Volksseele kocht. Die Nachrichten berichten von Panik und Chaos an einigen Orten in Deutschland. Filialen von Aldi werden von Bürgern belagert. Das Unternehmen hatte den Bürgern einen Volks-Thermomix, ein Koch- und Backgerät, das alles kann, für nur 199 Euro versprochen, der im Original 1.100 Euro kostet. Doch Aldi hatte viel zu wenige Geräte in den Verkauf gebracht, so dass erboste Bürger leer ausgingen. In einigen Märkten kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen den wartenden Kunden um die knappen Geräte. Die Polizei musste eingreifen. Bürger hatten sich extra Urlaub genommen, um endlich das prestigeträchtige Gerät zu erstehen. Manche gingen aber leer aus, obwohl sie den ganzen Tag über alle Aldi-Geschäfte der Umgebung abgefahren hatten.

768px-Vorwerk_-_Thermomix_-_TM31_-_1Für viele Bürger ist das Vorgehen des Aldi-Konzerns ein klarer Verstoß gegen das Gleichheitsgebot des Grundgesetzes. „Jeder hat das Recht auf einen Volks-Thermomix!“ lautet die unmissverständliche Forderung. Es kann nicht angehen, dass Bürger im Ansehen schlechter gestellt werden, weil sie in ihrer Küche keinen Thermomix vorweisen, können, der ihnen Wort für Wort erklärt, wie das Brot im Gerät zu backen oder die Eismasse zuzubreiten ist. Bei Facebook lassen frustrierte Bürger ihrem Unmut freien Lauf, es kann ihnen nicht zugemutet werden, dass sie demnächst, wie bei bei den neusten i-Phones oder i-Pads vor den Aldi-Filialen Tage vorher campen müssen, damit sie am Morgen des ersten Verkaufstages eines der begehrten Produkte zum Schnäppchenpreis erstehen können. Politik und Justiz werden aufgefordert, einzuschreiten. Jedem Bürger sein Thermomix, sonst drohen Unruhen. Bürger sind bereit, gegenüber anderen ihren Anspruch auf den Thermomix mittels Faustrecht durchzusetzen. Öffentlich wird die Frage gestellt: Müssen die Aldi-Filialen bei der nächsten Thermomix-Verkaufsaktion unter Polizeischutz gestellt werden? Weiterlesen

„Kissen, Wetter, Bier-Gefühl“ wird neuer Stadtslogan

So wird es kommen – ein fiktiver Bericht über die Entwicklung der neuen Stadtmarke für Bochum und Wattenscheid: Bochumer Marketingexperten machen eine 180°-Wende bei der Image-Suche für die Stadt. Statt „Wissen, Wandel, Wir-Gefühl“ soll der Werbeslogan der Stadt jetzt „Kissen, Wetter, Bier-Gefühl“ heißen. Das mangelnde Interesse der Bürger an unserem Bemühen, der Stadt ein neues Image zu verordnen, hat uns gezeigt, dass wir auf dem falschen Weg waren, räumt der Marketing-Chef ein. Nur wenige Bürger hatten sich bei der beabsichtigten Beteiligung der Bürger zur Entwicklung des neuen Stadtimages überhaupt bei Bochum-Marketing gemeldet (RN vom 06.03.14). Auch bei der Info-Veranstaltung waren kaum mehr als 20 Bürger anwesend.

fenster-wdr2Wir sollten nicht versuchen, mit unserer Werbekampagne über die Stadt ein Bild zu vermitteln, was wir in der Wirklichkeit nicht halten können und das daher aufgesetzt und konstruiert wirkt. Wichtig ist auch, mit der Werbebotschaft der Stadt müssen sich die Bürger der Stadt identifizieren. Wie singt schon Herbert Grönemeyer, Bochum, „bist’ne ehrliche Haut, leider total verbaut“. Der neue Werbeslogan müsse authentisch sein und könne durchaus den Humor der Menschen vermitteln. Weiterlesen

Energie der Zukunft – Heiße Luft in der Bochumer Lokalpolitik soll energetisch genutzt werden

Manche Bürger sind der Meinung, die heiße Luft, die in der Bochumer Lokalpolitik erzeugt wird, hätte das Potential, die ganze Stadt umweltfreundlich zu beheizen. So könne ein wertvoller Beitrag zur Rettung des Klimas geleistet werden. Ob die angebotenen technischen Lösungen wie der Energietransformator_hotair_1.0 (siehe Bild links) bereits ausgereift sind, wird jedoch erst die Zukunft zeigen.

Ziel muss es sein, die verbreitete heiße Luft energetisch nutzbar zu machen, denn heiße Luft steht in Bochum im Überfluss zur Verfügung: So verkündet die Oberbürgermeisterin zu Silvester unter der Überschrift „Unsere Stadt hat Zukunft!“, auch im letzten Jahr hätte sich eine „Menge Erfreuliches“ getan, so verfüge unsere Stadt auch dieses Jahr über einen genehmigten Haushalt. Eine Selbstverständlichkeit wird mit viel heißer Luft zu einer herausragende lokalpolitischen Leistung aufgeföhnt. In ähnlicher Weise könnten die Bürger der Stadt stolz verkünden, bei ihnen zu Hause werde es auch in diesem Jahr fließend Wasser geben!

Weiter verkündet die Oberbürgermeisterin, das Opel Projekt Perspektive 2022 komme gut voran. Stolz hat die Stadt bereits verkündet herausragende Persönlichkeiten werden die Bochum Perspektive 2022 unterstützen, kreative und belastbare Zukunftskonzepte für Bochum zu entwickeln. Erstes Ergebnis dieser Zusammenarbeit hochkarätiger Personen des öffentlichen Lebens sind die Leitlinien für die Entwicklung der Opelflächen. „Ein weit gedachtes und langfristiges Gesamtkonzept mit großer Strahlkraft und Vernetzung mit Stadt und Region aufzustellen“, soll demnach der nächste Schritt sein. Weiter heißt es „Die bestmöglichen Nutzungsoptionen sind aus den Begabungen der Flächen heraus und ihrer Bedeutung sowohl aus Bochumer und nachbarstädtischer als auch regionaler und nationaler Sicht heraus zu entwickeln.“ Angesichts dessen, dass für die Formulierung dieses nichts sagenden Allgemeinplatzes ein zweitägiger Workshop erforderlich war, erstaunt seine völlige Belanglosigkeit. Weiterlesen

Serras Stahlskulptur am Bahnhof verkauft und abgebaut – Stadt macht für 20 Mio. Kasse

Die Bürger reiben sich die Augen, wo sind Serras riesige rostige Stahlplatten von der Bahnhofskreuzung Ostring/ Wittener Straße hin, die manche für eine öffentliche Toilette, andere für Kunst hielten? Wo bis Samstag noch das Terminal von Serra stand, ist jetzt ein tiefes Loch, in dem nur noch zu sehen ist, wo die Platten vom Fundament abgetrennt wurden.

terminal1Das in Bochum über Jahre heftig umstrittene Kunstwerk, das entgegen aller Proteste 1979 aufgestellt wurde, ist Freitag Nacht klammheimlich abgebaut auf Tieflader geladen und abgefahren worden. Jetzt wurde bekannt, dass es am Sonntag in London angekommen ist und dort schon wieder aufgebaut wurde (siehe Bilder zu diesem Beitrag vom Aufbau des Terminal am Broadgate Estate). Im Rahmen des Redevelopment der Broadgate Estates an der Liverpool Station im Osten der City of London haben die Investorengesellschaft den Serra für fast 20 Mio. Euro von der Stadt Bochum kurzfristig erworben.

„Wir brauchten dringend Geld,“ ist aus der Stadt zu hören. Bei einem Kaufpreis von 20 Mio. hätte man nicht „Nein“ sagen können, wird die Entscheidung, das Kunstwerk zu verkaufen, verteidigt.

Die erhofften Sparmaßnahmen aus dem Konsolidierungskonzept 2012 führten zu einem großen Teil nicht zu dem gewünschten Erfolg. Die Gewerbesteuereinnahmen stiegen trotz Erhöhung der Hebesätze nicht. Die Gewinnabführungen an die Stadt von den Stadtwerken konnten nicht wie geplant erhöht werden. Auch die Bettensteuer ist gescheitert. Der USB konnte nicht zu einem stadteigenen Betrieb umgegründet werden (Rekommunalisierung), um die Erhebung der Umsatzsteuer zu vermeiden und die entsprechenden Beträge in die städtischen Kassen umleiten zu können. Und das sind nur einige gescheiterte Anstrengungen, den städtischen Haushalt zu sanieren. Weiterlesen

175 Jahre Sparkasse – Voten bis der Arzt kommt

1.750 Euro will die Sparkasse ausschütten für die 50 beliebtesten Sport-Projekte, so berichtete es der Jupp Tenhagen (2. Beisitzer) bei uns auffe Vorstandssitzung. Das sind wir natürlich dabei. Der ganze TUS Grün-rot-schwarz-weiß-lila Grumme Südsüdwest, war wochenlang beschäftigt sich ein Projekt auszudenken, was wohl ne Chance hätte auf einen der ersten 50 Plätze zu kommen, beim Voting vonne Bochumer Bürgers. Karl-Heinz schlug vor 58 Eckfahnen zu kaufen, dann hätten wir davon für die nächsten 20 Jahre genug. Dat fand aber keine Mehrheit. Auch Bier und Schnaps fürs nächste Clubfest wurde knapp abgelehnt. Lange wurde noch Emmas Krawlinskis Vorschlag diskutiert, ein Benefizspiel mit de SPD-Prominenz zu organisieren, damit unsere erste denen ma so richtig die Bude voll macht. Doch Serbo Holski unser 2. (Vorsitzender) war, dagegen weil er doch der Schwippschwager vom Eiskirch ist.

sparkasseAm Schluss haben wir uns für dat Projekt „Jedem Kind sein Fussball“ entschieden. Jedet Kind im Verein soll einen Fussball bekommen. Damit kann in der guten Stube Vatter, Opa und die ganze Familie weggedribbelt werden. Fussi auf engstem Raum, dat schult. Präzise Flanke auf Opas Pläte, der die Pille gekonnt auf den neuen Plasma köpft. So hat auch mal der Goretzka, der olle Überläufer, angefangen.

Ne Haftpflichtversicherung sollte et gleich mit dabei geben. Denn wenn der Fußball mal ganz aus Versehen die Geige von „Jedem Kind ein Instrument“ trifft, dann wird et nicht so teuer.

Viele im Verein fuhren jetzt ne Doppelstrategie. Dat angemeldete Projekt bei de Sparkasse unterstützen, gleichzeitig Konten beie Sparkasse kündigen, weil die ja letztes Jahr die Kontoführungsgebühren so kräftig angehoben hatten. Ehrlich, da hatte ich bei meine Kündigung etwas Gewissenbisse, schließlich musste die Kasse ja die Gebühren erhöhen, auch um sich den schönen Wettbewerb leisten zu können. Weiterlesen

Wegen Zahngold-Skandal jetzt Vulkaneinäscherung?

Bäh – Die Stadt Bochum bereichert sich am Zahngold und anderen Edelmetallen der Verstorbenen. Viele Bürger sind nicht bereit, das länger hinzunehmen. Auch nach dem Tod, wollen die Menschen solch städtischer Willkür nicht mehr ausgesetzt sein.

800px-Siegen_Monte_SchlackoManche befürchten, dass längst aus den Grabgestecken der Verstorbenen der Blumenschmuck in den Bürgermeisterbüros bestückt wird. Die immer häufiger als Tischschmuck auf den städtischen Tafeln vorzufindenden Kränze, lassen einen furchtbaren Verdacht aufkommen.

Erst kürzlich kam das Gerücht auf, anstatt der auf dem Platz des europäischen Erbrechens vorgesehenen 24 Namensplatten aus armenischem Granit, sollten dort die Grabsteine der Verstorbenen verbaut werden. Das wäre praktisch, die nötigen Gravuren sind auf den Steinen ja schon vorhanden, die Namen der Bürger auf den Platten schon drauf. Ein europäisches Versprechen können die Bochumer Bürger dem lieben Herrgott auch im Himmel geben. Die teure Beschaffung der Platten aus dem fernen Armenien jedenfalls entfiele, so wohl das Kalkül einiger Stadtoberen. Weiterlesen

Die Pontonbrücke des kommunalen Grauens

Früher konnte man mal von Linden nach Hattingen über Burgaltendorf direkt mit dem Bus fahren. Geht leider seit 2011 nicht mehr. Denn plötzlich und völlig unerwartet war die Dahlhauser Pontonbrücke über die Ruhr baufällig und für Busse damit unpassierbar geworden. Und leider hatten Bochum, Hattingen und Essen es völlig versäumt für eine eventuell irgendwann erforderliche Brückensanierung in den kommunalen Haushalten Vorsorge zu treffen. Unter konsequenter Anwendung des Fleskes-Prinzips hatte man sich jahrzehntelang an der Illusion festgehalten, die Brücke aus den 50er-Jahren sei unkaputtbar und es sei daher völlig unnötig, für ihre Instandhaltung irgendwelche Gelder im Haushalt einzustellen.

pontonbrueckeSchnell stellte sich jetzt jedoch heraus, dass in dem vorliegenden Fall selbst MacGyver machtlos war und die Brücke auch mit Schweizer Messer und Klebeband beim besten Willen nicht zu reparieren war. Weiterlesen