Die Pontonbrücke des kommunalen Grauens

Früher konnte man mal von Linden nach Hattingen über Burgaltendorf direkt mit dem Bus fahren. Geht leider seit 2011 nicht mehr. Denn plötzlich und völlig unerwartet war die Dahlhauser Pontonbrücke über die Ruhr baufällig und für Busse damit unpassierbar geworden. Und leider hatten Bochum, Hattingen und Essen es völlig versäumt für eine eventuell irgendwann erforderliche Brückensanierung in den kommunalen Haushalten Vorsorge zu treffen. Unter konsequenter Anwendung des Fleskes-Prinzips hatte man sich jahrzehntelang an der Illusion festgehalten, die Brücke aus den 50er-Jahren sei unkaputtbar und es sei daher völlig unnötig, für ihre Instandhaltung irgendwelche Gelder im Haushalt einzustellen.

pontonbrueckeSchnell stellte sich jetzt jedoch heraus, dass in dem vorliegenden Fall selbst MacGyver machtlos war und die Brücke auch mit Schweizer Messer und Klebeband beim besten Willen nicht zu reparieren war. Weiterlesen

Hilfe! Kunst oder Reklame für die Tanzschule Bobby Linden?

Schrittfolgen mit Fußabdrücken aus Neonröhren unter der Brücke am Bergbaumuseum? Die neueste Reklame für die Tanzschule Bobby Linden? Aber die heißt doch jetzt Aki Brand und liegt an der Brücke Kortumstraße und nicht am Bergbaumuseum. Ver(w)irrte Bochumer fragen sich, was soll das?

bochumstepbaehGanz einfach: Die Lichtinstallation ist ein Meilenstein im Stadtverschönerungs-Programm von Stadtbaurat Kratzsch: Denn der von der Stadt beauftragte Künstler hat für diese Brücke zu dem Steigerlied einen hippen Tanz, den BochumStep, dazu kreiert, wie das heute im Musik-Biz so üblich ist und hat dann die Tanzschrittfolgen als Neonlampen unter die Brücke tackern lassen. Weiterlesen

Sprengung der Propsteikirche für Bochumer Dom

Der Stadtrat ist sich einig, Bochum muss neue Prestigeobjekte für die Stadt auf den Weg bringen, um von dem Filz-und-Klüngel-Image der Stadt abzulenken. Die Oberbürgermeisterin Scholz stellte daher stolz das neuste städtische Vorhaben vor, das soeben beschlossen worden sei:

Der neue Dom für Bochum (Quelle: Schaengel, Wikipedia)

Die Propsteikirche wird gesprengt, dafür ein Dom errichtet. Dies soll den Tourismus in Bochum nachhaltig ankurbeln. „Was in Köln funktioniert hat, sollte auch in Bochum klappen,“ ist die Oberbürgermeisterin überzeugt. Zudem soll der Dom ein Treffpunkt der Jugend und eine weitere Bildungsstätte für Bochum werden, so hätte die katholische Kirche versprochen dort auch Kinder- und Jugendgottesdienste zu veranstalten, sowie ein Priesterseminar aufzuziehen. Für die Baukosten von ca. 33,3 Mrd. Euro werden noch Spender und Sponsoren gesucht. Norman Faber und die Fiege-Brauerei wurden bereits angefragt, Stadtwerke und Sparkasse haben schon Beiträge in Millionenhöhe zugesagt. Die Chefs der beiden städtischen Unternehmen Volker Goldmann (SPD) und Bernd Wilmerts (SPD) fanden sich spontan bereit, das Geld locker zu machen, nachdem auch ihre SPD-Ortsverbände dieses Projekt ausdrücklich begrüßt hatten. Weiterlesen

CDU: 180°-Wende bei Musikzentrum

CDU: „Das Haushaltssicherungskonzept und die dringenden Begehrlichkeiten an anderer Stelle … werden es in Bochum wie anderswo nicht zu lassen, die Ausgaben zugunsten eines Konzerthauses zu erweitern. Letztlich gibt es im Ruhrgebiet zu viele Konzerthäuser bei zudem sinkender Nachfrage und schrumpfender Bevölkerung.“

Lothar Gräfingholt – Reißt er das Ruder rum? (Foto: Stadt Bochum)

Kaum zu fassen, die CDU hat sich bei Ihrer Meinung zum Musikzentrum komplett um 180° gedreht. Ich bin fassungslos. Und noch mehr Neuigkeiten: Der CDU-Rechtsdezernetentin Jägers wurde Sprechverbot erteilt, nachdem sie die Zurückweisung des Eilantrages zur Verhinderung der Fällung der 19 Platanen und 12 weiteren Platanen als Sternstunde der Stadt bezeichnet hat. Zuviel wurde es der CDU als Jägers dann auch noch die voreilige Fällung der Platanen damit rechtfertigte, dass ausgerechnet die Ablehnung des CDU-Antrags zur Verschiebung des Fällungsbeschlusses der Stadt keine Wahl lies als umgehend die Beseitigung der Bäume durchzuziehen. Weiterlesen

OB Scholz entschuldigt sich bei ihren Mitbürgern

Liebe Mitbürger/innen, ich muss mich bei Ihnen entschuldigen. In meiner Amtszeit wurden so etwa 1 Mrd. Euro an städtischen Werten vernichtet und leider auch die paar Mio. für den geplatzten Cross-Border-Deal. Tja, die Sache ist wirklich dumm gelaufen. Echt blöd, die städtischen Gebäude, Straßen und Brücken werden auch jedes Jahr immer maroder und weniger wert und wir haben leider kein Geld, um die Dinger zu sanieren oder mehr als notdürftig zu reparieren. Das müssen Sie verstehen: Nach dem dem Fleskes-Prinzip stellen wir ja für die Erhaltung der städtischen Infrastruktur auch nie Geld in den Haushalt ein.

Quelle: Arnoldius, Wikipedia

Trotzdem tun wir alles, was in unseren Möglichkeiten steht, Kollege Townsend klettert schon mal auf ein Schuldach um dieses mit etwas Dachpappe auszubessern, damit es nicht gar so sehr in die Klassenräume reinregnet. Kollege Kratzsch ist unentwegs unterwegs, um baufällige Brücken mit Bauhütchen abzusichern, damit keiner der Bürger mit ihnen einkracht. Nun ja, aber das ganze Zeugs ist halt marode, wenn man 50 Jahre nix dran gemacht hat. Da kann man nicht verlangen, dass alles auf einmal repariert wird. Weiterlesen